Die Endeckung
Er entdeckte, dass sich die meisten Krankheiten auf einen Mangel an Mineralstoffen zurückführen lassen und zwar dem Mangel innerhalb einer Zelle. So folgerte Dr. Schüßler: Die Gesundheit der Zelle und damit des Körpers entsteht durch Deckung des Verlustes an anorganischen Salzen (Mineralstoffen). Um Schaden zu verhüten und um die Mittel aufnahmefähiger für die Zelle zu machen, müssen diese verdünnt (potenziert) werden. Die Erkenntnis der damaligen Medizin war, dass Störungen im inneren Milieu eines Organismus, d. h. im biochemischen Ablauf innerhalb der Zellen, maßgeblich an der Entstehung von Krankheiten beteiligt sind. Zudem war es schon damals bekannt, dass die Gabe reiner Mineralstoffe für den Organismus Belastungen darstellen konnten, was man heute hinreichend an den Nebenwirkungen unkontrollierter Einahmen an Calcium, Magnesium oder Eisenpräparaten nachgewiesen hat.
Die Schüßler-Salze
Für Schüßler, als Kenner der Homöopathie und deren Wirkungsweise, war es nun wichtig, die entsprechenden Salze ausfindig zu machen und die sinnvollste Verdünnung zu finden. Schüßler verdünnte die Mineralstoffe so, dass sie auch durch die winzigsten Öffnungen jeder Zelle gelangten. Daher ist eine Überdosierung nicht möglich. Um nun die einzelnen Funktionsmittel ausfindig machen zu können, begann er intensiv die Asche Verstorbener zu untersuchen und entdeckte einen Zusammenhang zwischen der Todesursache und dem Mangel bestimmter anorganischer Salze in der Asche, die dann zu seinen 12 beschriebenen Mineralstoffverbindungen führte. In seiner 1874 veröffentlichten kleinen Broschüre: "Abgekürzte Therapie" beschreibt er die Einsatzmöglichkeiten der biochemischen Funktionsmittel, welche nach anfänglicher Skepsis selbst bei den homöopathischen Ärzten doch zu einer populären Heilweise bis zum heutigen Tage geblieben ist. Der Ausbildung als Arzt, seinen Erfahrungen als Homöopath und seiner exzellenten Beobachtungsgabe ist es zu verdanken, dass uns heute die 12 Salze des Lebens für den Menschen und für Tiere zur Verfügung stehen. Im Laufe der Zeit kamen durch die Weiterentwicklung der Heilweise weitere 12 Mineralstoffverbindungen dazu, die als Erweiterungsmittel bekannt sind und von Dr. Schüßler selbst erforscht wurden.
Unterschied zwischen der klassischen Homöopathie und der
Anwendung von Schüßler-Salzen
Homöopathische Behandlungen
haben das Ziel "Gleiches mit Gleichem" zu behandeln. Das bedeutet, es
wird ein ausführliches charakteristisches Mittelbild erstellt und das
entsprechende homöopathische Mittel als sogenanntes "Similia" (die
deckungsgleiche Symptomatik eines Krankheitsbildes) verordnet. Hierbei
kann es sich neben den Mineralien auch um potenzierte Materialien
körperfremder, tierischer und chemisch hergestellter Stoffe handeln,
sowie auch um Gifte. Der Schüßler-Therapie darf die Symptomatik nur dazu dienen, den krank
machenden Biochemismus des bestimmten Elektrolythaushaltes zu
ermitteln, um das entsprechende biochemische Mittel (Schüßler-Salz)
einsetzen zu können. Es handelt sich also hierbei um ein "Auffüllen"
fehlender anorganischer Salze, was dazu führt, dass die Dosierung
wesentlich höher gewählt wird als bei klassisch homöopathischen
Behandlungen. Das gesunde Zusammenspiel der Zelle mit dem umgebenen
Zellgewebe, also dem intra- und extrazellulären Raum, garantiert in
psychischer und physischer Hinsicht Gesundheit und Wohlbefinden für
Mensch und Tier. Dieses Zusammenspiel ist vielen Störungen ausgeliefert
und neben dem Wissen um die Schüßler-Therapie, von vielen weiteren
entscheidenden Faktoren abhängig, die unbedingt berücksichtigt werden
müssen.



