Belladonna –Tollkirsche
Ähnlich wie bei Aconitum beginnen die Beschwerden akut und heftig und meist in Begleitung einer Temperaturerhöhung. Belladonna ist daher einzusetzen bei allen fieberhaften Zuständen mit starker Durchblutung, heftigen Herzklopfen, Schüttelfrost, Trockenheit dder Schleimhäute. Im Gegensatz zu Aconitum kommt es hier zu einem starken Schwitzen. Es zeigen sich klassische Entzündungszeichen: Rötung, Schwellung, Wärme, Schmerzen, die auftreten, wenn sich der Entzündungsherd zu lokalisieren beginnt. Belladonna-Fieber setzt plötzlich ein, meist nachts und ist mit großer Unruhe verbunden. Es kommt Angst und Schreckhaftigkeit, Pupillenerweiterung, Krampfneigung, klopfende Schmerzen und starke Abgeschlagenheit hinzu. Belladonna hat Arnica-ähnliche Wirkung mit einem Wundheits- und Zerschlagenheitsschmerz, nach allen Verletzungen. Nervenverletzungen, Kreuzschmerzen, Senkungsbeschwerden, Magen-Darminfektionen, Katarrhe mit wässrigem Durchfall.
Hund
Hier kommen neben den klassischen Entzündungszeichen auch kalte Pfoten hinzu. Das erste Stadium beginnt meist mit Erkrankungen der Schleimhäute (Mandelentzündung). Sie sind hochrot und trocken, begleitet von starkem Durst mit erschwertem Schlucken. Anschließend entwickelt sich ein bellender, trockener, krampfartiger Husten. Die Pupillen sind erweitert und der Hund sucht sich ein ruhiges, warmes, meist dunkles Plätzchen als Ruhestätte.

Leitsymptome

  • Prostata-Erkrankungen
  • Blasen-/Nierenprobleme
  • Spasmen und Koliken bis hin zu Lähmungen des Blasenschließmuskels
  • unwillkürlicher Harnabgang mit reichlich hellem Harn und ständigem Harndrang
  • allgemeine Krampfneigung/Kolik
  • große Angst und Schreckhaftigkeit
  • Licht-, Geräusche- und Berührungsempfindlichkeit
  • fieberhafte Reaktionen auf zuviel Sonneneinstrahlung
  • Fieberanfälle bei gleichzeitig kalten Pfoten aber warmen bis heißen Ohren
  • trockene Schnauze, trockene Schleimhäuten und weite Pupillen
  • Augenprobleme wie Lidhautentzündungen (Bindehautentzündungen, starrer Blick bei geweiteten Pupillen) mit typischen Entzündungszeichen bei gestörten Funktionen
  • Zahnwechsel bei Welpen im Alter von 3-4 Wochen mit Schmerzen, hochrotem Zahnfleisch und Speichelbildung
  • Arthritis, wo Gelenke die klassischen Entzündungsmerkmale zeigen (Symptomatik bessert sich bei Ruhe und Wärme)
Bei Nierenproblemen oder Problemen der Lendengegend stehen die Hunde mit aufgezogenem Rücken. Sie neigen generell zu Steinbildung. Anzuwenden bei reichlich hellroter Blutung mit entzündungshemmender Wirkung. Wenn sich nach Quetschungen kleine flächendeckenden Blutungen unter der Haut zeigen.
Pferd
Durch Belladonna können spastische Krämpfe/Koliken positiv beeinflusst werden. Die Tiere haben einen erheblichen Bewegungsdrang, sie schwitzen stark und haben deutliche Schmerzen. Meist zeigen sie dies durch Kopfbewegungen Richtung Bauch, Treten oder versuchen durch Wälzen den Schmerz zu bekämpfen. Typisch ist, dass sich die Pferde entlasten durch Ausstrecken und Rückwärtsbeugen des Rumpfes. Ebenso sollte an Belladonna gedacht werden, wenn die Pferde deutliche Nervenschmerzen und Nervenentzündungen haben. Hier ist plötzliches Einsetzen von Schmerz und ebenso wieder Verschwinden des Schmerzes und dann Wiederkehr besonders typisch. Auslösen lassen sich die Schmerzen durch Geräusche, Licht, direkte Sonnenhitze und Berührung. Sie verschlechtern sich durch Kälte und Zugluft, am Abend und nachts. Besserung durch Bewegung.

Leitsymptome

  • alle Krämpfe und krampfartige Schmerzen
  • epileptische Anfälle
  • plötzlich auftretende, periodische Schmerzen
  • heftige, fieberhafte Erkrankungen mit Schwitzen
  • Beschleunigter Puls, heftiges Pulsieren der Arterien
  • kein Verlangen nach Flüssigkeit
  • Verschlimmerung durch Sinneseindrücke, Aufregung
  • Verschlimmerung durch Kälte und Zugluft, abends und nachts

Erleichterung durch Bewegung. In akuten Fällen wählt man D3 bis D6 und verabreicht dies dann je nach Größe und Alter des Tieres entsprechend. Die Gabe mehrmals in einer Stunde ist bei Koliken und Krämpfen sinnvoll (Tierarzt unbedingt hinzuziehen!).

Mehr und ausführlich in meinem Buch "Natürlich Gesund – Pferd, Reiter und Hund" (FN-Verlag 2010)