Cavallo prüft Heiler

Liebe Tierfreunde,

 Zunächst möchte ich aus aktuellem Anlass meine Stellungsnahme zu einem Artikel in der Pferdezeitschrift Cavallo (Ausgabe 09/2010) veröffentlichen, die im Allgemeinen die traditionelle, alternative Heilkunde für Mensch und Tier betrifft. Gerne möchte ich auch zu einem konstruktiven Austausch und Diskussion anregen, denn dieses Thema darf nicht darin münden, esotherische und unseriöse Praktiken mit den verantwortungsvollen Heilweisen traditioneller Alternativmedizin zu vermischen.

Stellungnahme:

Sehr geehrte Redaktion,
Sie erlauben mir ein paar kritische Anmerkungen zu machen zu Ihrem oben genannten Artikel von John Patrick und Melanie Tschöpe. Hier begibt sich die von uns und sehr vielen begeisterten Pferdefreunden bisher geschätzte Cavallo auf das Niveau einer Bildzeitung und versucht in reißerischer Aufmachung gegen die alternative, traditionelle Heilkunde mobil zu machen. Wem soll dieser sehr populistisch, einseitig geschriebene Artikel wirklich dienlich sein, in dem mal wieder eine völlig überflüssige Front zwischen alternativen Heilweisen und wie auch immer wissenschaftlich fundierter Schulmedizin geschaffen werden soll.

Vielmehr möchte ich Sie völlig unbefangen fragen, warum geben Sie dem jungen Autorenpaar mit diesen absurden Geschichten über selbsternannte Tiertelepathinnen und deren unseriösen Methoden mit ganzen 11 Seiten. eine derartige Plattform .Ebenso ist es schwer nachzuvollziehen im Anschluss an die Hellseher Serie den klinischen Psychologen Colin Goldner als Kenner und Kritiker der alternativen Heilszene vorzustellen.Erlaubt sei hier zu fragen, was zeichnet denn einen klinischen Psychologen der Humanmedizin aus, beurteilen zu können ob es seriöse alternative Heilweisen für Tiere gibt. Gleichzeitig vor der Geschäftemacherei mit windigen Gurus warnen zu wollen und im gleichen Atemzug großflächig sein Buch : Vorsicht  Tierheilpraktikern zu bewerben.Nur wer böses denkt könnte meinen, dass Herr Goldner aus seiner Kenntnis als Psychologe heraus weiß: mit reißerischen Thesen, lässt sich ein Buch super verkaufen!  Gerne würde ich aber ein paar ehrliche Fragen an Herrn Goldner richten, warum er sich solche Sorgen um Tierheilpraktiker macht. Da gäbe es doch sicher wichtigere Themen, die dringend von einem guten klinischen Psychologen abgeklopft werden könnten. Beispielsweise wie psychische Disharmonie eines Reiters  die gesundheitliche Verfassung eines Pferdes beeinflussen kann. Ein sicher sehr interessanter Aspekt, der dem Reitsport mal wirklich dienlich wäre, denn unbestritten sind Wechselwirkungen vorhanden zwischen Mensch und Tier Ich hätte mir gewünscht, dass Herr Goldner als psychologischer Fachmann, wie auch Ihr Autorenteam die berechtigte Frage aufgeworfen hätte, warum suchen denn Tierbesitzer überhaupt Hilfe in der alternativen Heilkunde. Ein Bedarf scheint doch wohl zu bestehen.

Eine pauschale Diffamierung der traditionellen Medizin im Allgemeinen , allein mit dem Argument, diese entbehre des wissenschaftlichen Nachweises , ist doch sehr anmaßend.

In meiner jetzt fast 30 jährigen Erfahrung mit der Kombination aus traditionellen Heilverfahren und Schulmedizin für Menschen , wie auch für Tiere, kann ich nur positives berichten. Vor allem bei chronischen Erkrankungen, solche die medizinisch austherapiert sind oder auch bei den zunehmenden allergischen ErkrankungenKeinesfalls möchte ich in meiner Praxis die Zusammenarbeit mit  Human- und Veterinärmedizinern missen. Zum Wohl von Mensch und Tier hat sich der vorurteilsfreie, seriöse und verantwortungsvolle Umgang beider Richtungen bewährt und sollte strickt von esoterischen und derartigen Praktiken wie  die telepathischen Beratungen getrennt werden.
Verhindern kann man die Auswüchse selbsternannter und obskurer Heiler nicht. Fragliche Gurus in der Reiterszene finden ja auch genügend Anhänger. Bedenklich ist es natürlich, wenn  sich Tierbesitzer allein hieran orientieren und das Ihnen anvertraute und schutzlos ausgelieferte Tier womöglich zu Schaden kommt. Hier muss man doch am normalen Verstand dieser Tierbesitzer zweifeln und die Behandlung von Herr Goldner und seiner Kollegenschaft in Betracht ziehen.

Verehrte Redaktion beteiligen Sie sich doch zum Wohle des Pferdes und aller an einer konstruktiven und fairen Diskussion über traditionelle Heilweisen.
Die Akupunktur war ja auch jahrzehntelang als eine zu  belächelnde Geldschneiderei bezeichnet worden , deren Wirkung auf Glaube und Hoffnung basierte.Mittlerweile hat  man feststellen können, dass die Nadelung sehr wohl Reaktionen über ein kompliziertes System im Organismus auslösen kann, deren positive Wirkung damit erklärbar wird.Noch nicht wissenschaftlich nachgewiesene ,althergebrachte Heilweisen müssen deshalb doch nicht als Scharlatanerie verschrien werden, obwohl sie sich jahrzehntelang bewährt haben. Vielleicht gelingt in Zukunft doch der Nachweis durch neue Verfahrenstechniken. Welcher Vorteil besteht nun bei positiven Reaktionen, diese jetzt zu relativieren und so schändlich zu diffamieren.Lassen Sie sich doch nicht dazu hinreißen, die traditionelle Medizin als gefährlich zu bezeichnen und den Pharmalobbyisten das Feld  weiter aufzubereiten.Wie gefährlich ist denn der lasche Umgang mit Antibiotika. Hier ist der wissenschaftliche Nachweis der Wirkung nicht zu bezweifeln. Ist Antibiotika deshalb nur Segen? Hat der maßlose Einsatz  nicht zu gefährlichen Resistenzen von Bakterien geführt. Mit welchen Reaktionen ist im Organismus zu rechnen, wenn Antibiotika und Cortison nur noch Mittel der Wahl sind?Niemand sollte sich päpstlicher aufführen als der Papst und sich als unfehlbar ausweisen eine allein gültige Behandlungsberechtigung zu besitzen. Gerne würde ich Ihnen die langjährigen guten Erfahrungen schildern und für offene und sachliche Diskussionen zur Verfügung stehen.Auf meiner Internetseite www.tier-und-gesundheit.de finden Sie die konstruktive Zusammenarbeit und den verantwortungsvollen Umgang traditioneller Heilweisen beschrieben.Mittlerweile schreibe ich auch Artikel in rein veterinärmedizinisch ausgerichteten Fachblättern. Auch für die FN habe ich ein Buch geschrieben mit dem Titel: Natürlich gesund für Pferd Reiter und Hund .Hier wird sich dem Thema mit größerer Souveränität genähert, die ich mir auch von  Ihrer Zeitschrift gewünscht hätte.


Liebe Grüße
Claudia Bergmann-Scholvien

 

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